nullzwei 2008

17. oktober – 21. november 2008
ehemalige volksschule 40 von 1951
florastraße 19, 47799 krefeld
freitags: 18-20 Uhr , samstags: 15-18 Uhr , sonntags: 14-16 Uhr
freitag, den 31.10.08 zeigen die raumzeitpiraten zusätzlich über das Internet ihre Installation!

architektur

Die Ausstellung 02 findet in der ehemaligen kath.Volksschule 40 von 1951, später Elisabethschule, Florastrasse statt. Schon bei unserem ersten Besuch war klar: wunderbare Räume für die Kunst! Trotz farbenfrohen Anstrichs strahlt sie die Atmosphäre ihrer Entstehung, der 50er Jahre, aus. Geplant und betreut vom damaligen Hochbauamt der Stadt Krefeld, wollte man mit diesem öffentlichen Bau „ein Paradestück und Vorbild handwerklicher Arbeit bis in kleinste Einzelheiten“ sein.

In der Mitte des symmetrischen Grundrisses das dominierende Treppenhaus, betont durch ein Fenster, gestaltet 1959 von dem Glasmaler August Pigulla, der Sog in die Klassenräume durch die abgerundeten Türlaibungen, beeindruckend die Größe und Kraft der gleichstarken Räume, der Rhythmus der Fenster, das solide,  belastbare Eichenparkett, die Spuren vergangener Nutzung.
Alles zusammengenommen: Viel Wand und Raum und für eine spannende Prsentation künstlerischer Positionen.

künstler in der Ausstellung nullzwei sind Tine Bay Lührssen, Michael Kortländer, Ralf Janowski, die Raumzeitpiraten Tobias Daemgen und Moritz Ellerich.

Die Arbeiten von Tine Bay Lührssen sind Kombinationen von zarter, aber dennoch kraftvoller Zeichnung und Videoprojektion. Es entsteht eine Spannung zwischen realem Raum, zweidimensionaler Darstellung von Raum und Projektion.
Auch die ‚Tools‘, Geräte, Werkzeuge ohne offensichtlich sinnstiftende Funktion sind anregend irritierend. Sie geben Raum für Assoziation,
Emotion und Erinnerung. In Ihrer überzeugenden Ernsthaftigkeit täuschen sie einen Gebrauchswert vor und wirken doch fremd und phantastisch.

Dem klassischen Verständnis von Bildhauerei und Skulptur scheinbar näher kommt Michael Kortländer. Das von ihm verwendete Material, die industriell gefertigte Wellpappe, und der Umgang mit Farbe führen in einen Grenzbereich zwischen Tafelbild, Relief und Rauminstallation. Durch Farbauftrag und seinen individuellen Gestus entsteht die Illusion von Material und Gewicht im Gegensatz zum Ausgangsmaterial. Seine Skulpturen sind Konstruktionen,
formale Beziehungen, Raum analysierend, Raum bildend. Es entstehen Grund-Risse, Bau-Körper.

Ralf Janowski ist ein Vertreter der analogen Fotografie Neben den C-Prints wird das besonders deutlich bei der Arbeit mit seiner alten Addox aus den 50er Jahren, im Format 6 x 6, die Abzüge s/w. auf Barytpapier. Die Fotografien von Ralf Janowski kommen unaufgeregt, ohne vordergründige Effekte daher. Fast beiläufig vermitteln sie ihre abstrakte Kraft. Sie sind so vieles gleichzeitig: richtungslos kleinteilig aufgelöst und strukturiert klar, in der Fläche komponiert und sinnlich wild. Häuser sind bedrohlich verbergend geordnet. Wege enden im Ungewissen. Ein spannungsvoller Umgang mit Natur und Architektur.

Die Raumzeitpiraten, Moritz Ellerich und Tobias Daemgen, sind vielen noch in Erinnerung aus ihrer eindringlichen Performance bei uns im vergangenen Jahr. In diesem Jahr möchten wir ihnen und uns die Gelegenheit geben, eine Installation für die gesamte Dauer der Ausstellung zu zeigen, ein Klang/Bild im Wechselspiel mit Raum/Zeit. Ihre intermedialen Experimente, ihre Gratwanderung zwischen Kunst und Wissenschaft durchgeführt mit Werkzeugen wie Overheadprojektor, Beamer, Kinderklavier, Haptonium, Momophon, Brumsel führen zu erweiternden Wahrnehmungen von Raum.